Bordo

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Herbst 2011

Ein Jahr reich an Bauarbeiten neigt sich dem Ende. Terrassenmauern sind neu erstanden, Gräben wurden gezogen und darin Abwasser- und Kabelrohre verlegt. Der Ausbau der Wohnung für den spirituellen Leiter von Bordo, Shamar Rinpoche, geht gut voran. Irgendwie gleicht es einem Wunder, dass all das geschehen kann, wo wir doch noch immer zuwenig Bewohner vor Ort sind. Zu verdanken ist es all jenen, denen das Weiterbestehen Bordos am Herzen liegt.

Der Oktober war von mildem Wetter geprägt und so konnte man noch Arbeiten mit Zement machen. Dann folgte Anfang November der Dauerregen, der uns eine unerwartete, aber nicht unerwünschte Erholungszeit bescherte. Glücklicherweise hat das viele Wasser doch keine weiteren Trockensteinmauern einstürzen lassen - naja, das kann auch noch gut im Frühjahr passieren, wenn der Frost aus der Erde weicht.

Draußen steht der Vollmond am Himmel. Es ist die Jahreszeit, in der er gut zu sehen ist und so manche Sternennacht mit zauberhafter Stimmung versieht. Im Sommer lässt er sich weniger lang blicken, da verschwindet er oft hinter dem Berg gegenüber dem Dorf - wie es die Sonne auch bald tun wird. Die zeigte sich heute nach den Regentagen kurz zu Mittag. Wir saßen auf der Essterrasse, William, Felice und ich, und genossen die erheiternden Sonnenstrahlen. Die mittäglichen Stunden und  bald nur mehr Minuten, die sich die Sonne zeigt, bevor sie am 6. Dezember für 4 Wochen hinter dem Bergkamm Colma verschwindet, versuchen wir im Freien zu sein: Kostbar ist dieses Sonnenlicht, das wir Wesen auf diesem Planeten zum Leben brauchen. Auch zum Fröhlichsein ...

Herzlichen Dank an all die Besucher, die mit ihrem Engagement um und in Bordo dazu beigetragen haben, den Platz anderen "weiterzuschenken". Zyklen schließen sich - im Kleinen, wie im Großen -  und das bedeutet auch immer die Herausforderung loszulassen. Jeder Weg ist einzigartig, jeder Zyklus wird nur einmal genauso gegangen, wie er eben ist oder war. Mögen wir alle bald jenen abschließen, der in großer Freude jenseits aller Bedingtheit seine Vollkommnung findet.

Herzlich,

Edith